Dienstag, 3. Mai 2016

#49

Aurich wurde von Tjalken beträchtlicher Ausmaße angelaufen, wie auf dieser alten Ansicht zu sehen ist.

Montag, 2. Mai 2016

#48

Torftransport im Fehngebiet. Auf dieser Ansicht aus Großefehn ist ein wunderschöner Skutsje zu sehen.
Eine ähnliche Szenerie in Emden. Am Ufer warten bereits die städtischen Kunden und Händler auf das begehrte Brennmaterial vom Fehn.

Sonntag, 11. Oktober 2015

#46

Der Hafen von Langeoog Mitte der 60er Jahre. Die kleine Fähre LANGEOOG I, die wir auch auf der unteren Aufnahme sehen, ist stets in Fahrt geblieben - ab 1968 als HARLESAND und seit 1981 als ETTA von Dangast. Das Frachtmotorschiff ist die REINHARD aus Haren an der Ems.


Hier eine kolorierte Aufnahme aus anderer Perspektive. Wassersport bedeutete in dieser Zeit meistens Segelsport. Man gebrauchte reviergeignete Fahrzeuge.

edit: Ein Leser dieses Blogs sandte wertvolle Informationen zu dem Frachtschiff auf dem oberen Bild - es handelt sich um die REINHARD aus Haren an der Ems, die viele Jahre im Besitz seiner Eltern war:

Schiffsdaten

Rufzeichen: DCOP (DGOX) Reg.Nr.: 2645
Baujahr: 1905
Bauwerft: H. Bernhard Amsterdam (NL)
Länge: 33,92 Breite: 6,07/6,13
Tiefgang: 1,97
Tragfähigkeit: 250 t
Motor 1: 75 PS (1940)
Motor 2: 225 PS Mercedes (ab ca. 1969)

Eigner:
1924 Anton Schepers
1929 Bernhard Wessels
1941 Hermann Wessels
1961 Heinrich Lohmann
1979 abgewrackt


Dazu ein interessantes Stück Geschichte zu diesem Schiff, entnommen aus dem Buch: Die Geschichte der Harener Küsten- und Seeschifffahrt - damals und heute:

"Anton Schepers erwarb zwei offene, eiserne Segelschiffe: die „ANTONIA II" und die „REINHARD". Letztere verkaufte er 1929 an Bernhard Wessels, Schleusenstraße. 1940 wurde auf der Werft der Gebr. Elfring ein Motor eingebaut. Das Schiff ging dann 1941 an Hermann Wessels. Während des Krieges war es für die ‚Organisation Todt' dienstverpflichtet und transportierte Materialien für den Bau von Befestigungsanlagen, Luftschutzbunkern und Flugplätzen zu den Ostfriesischen Inseln. Bei Kriegsende lag die „REINHARD" im Hafen der Insel Langeoog. Von dort fuhr das Schiff nach Norderney und transportierte alle auf der Insel befindlichen Kriegswaffen, aber auch alle beschlagnahmten Jagdgewehre, Pistolen und Ferngläser, deren Besitz den Deutschen durch das Kontrollratsgesetz verboten war, nach Emden. Bis 1946 war die „REINHARD" bei der Versenkung von Munition in der Osterems eingesetzt, danach für die Versorgung der Ostfriesischen Inseln mit Baumaterial und Briketts. Im Dezember 1961 wurde es an Kapitän Heinrich Lohmann verkauft und 1979 abgewrackt."

Dienstag, 6. Oktober 2015

RAMONA

Typ (Ursprung): Tjalk
Kategorie: My1
Namen: JAN, MARIE, RAMONA
Baujahr: 1898
Bauwerft: Gebroeder Bodewes
Bauort: Hoogezand, Groningen
erste Messnummer: unbekannt
Maß: 16,10m x 4,1m
Heimathafen: Amsterdam

Foto: © W. Fokkema 
Die Ramona auf der Überführungsfahrt nach Amsterdam im Hafen von Spiekeroog im Juli 2015


Mittwoch, 23. September 2015

Neumann's Schiff

Foto: Repro aus "Die Yacht"
Als legendäres Wattschiff darf man wohl die 14 Meter lange Boeieryacht ALTE LIEBE bezeichnen. Vom Heimathafen Varel aus bereiste der Autor unübertroffener Segel-Fachbücher die gesamte Nordsee bis hinunter ins Mittelmeer. Sogar bis Kapstadt soll er einmal mit diesem 1952 in Hamburg gebauten Plattbodenschiff gesegelt sein. 

Dienstag, 1. September 2015

ELISABETH

Typ (Ursprung): Skutsje
Kategorie: Ma5 (Arbeitsschiff)
Namen: Ebenhaëzer, ELISABETH
Baujahr: 1911
Bauwerft: Ate Tjibbeles van der Werff
Bauort: Leeuwarden, Friesland
erste Messnummer: L1261N
Maß: 16,06m x 3,47m, 30,778 tons
Heimathafen: Aurich

So sah die ELISABETH im Jahr 1986 aus.
Auch dieses Foto stammt aus dem Jahr 1986. Bis heute ist an der Gestalt des Skutsjes nichts geändert worden. Das Schiff war stets im Arbeitseinsatz und wurde offenbar immer redlich gepflegt.

>> Zeitleiste:
  • seit etlichen Jahrzehnten Arbeitsschiff des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft Küsten- und Naturschutz)/Betriebsstelle Aurich
  • 1911 für Auftraggeber Rein Egberts Veenstra te Zwaagwesteinde in Leeuwarden gebaut, weiteres zunächst unbekannt
  • gepflegtes harmonisches Arbeitsschiff mit offenem Laderaum,  gefällig ausgeführten Decksaufbauten und wegklappbarem Steuerhaus
  • hier sollte Bestandsschutz gelten. Dieses Schiff ist so wie es ist, als erhaltenswertes historisches Wasserfahrzeug anzusehen. Es ist zu hoffen, dass es noch lange seinen Dienst tut und weiterhin so gut gepflegt wird.

Mittwoch, 8. Juli 2015

#45 Abstecher an die Unterweser

Eine mit Breitfock ausgerüstete, einmastige Koftjalk Groninger Bauart liegt am Ostufer des Geestemünder Hauptkanals. Im Hintergrund die heute unter Denkmalschutz stehende Drehbrücke. Längsseits der Tjalk ein Decklast tragendes, kleines Fahrzeug, mit Vorsteven und Galionsknie gebaut – möglicherweise ein Ewer, aber auch eine Variation eines wesertypischen Dielenschiffes scheint nicht abwegig.
Unweit vom obigen Standort befindet sich das östliche Ufer der Geeste mit der 1904 erbauten und bis heute erhaltenen Geestebrücke.  Zwei kleine Weser-Fischkutter aus Dorum bzw. aus Großensiel haben hier festgemacht. Es sind reine Segelfahrzeuge - der Linke mit dem Fischereizeichen DOR 51 wurde auf der Werft von Hinrich Balleer in Bardenfleth auf der oldenburgischen Weserseite gezimmert. Gegenüberliegend nahe der Kaje der Seebeck-Werft ist das Feuerschiff NORDERNEY zu erkennen. 1907 auf der AG Weser in Bremen gebaut, liegt es nun als Feuerschiff WESER am Bontekai in Wilhelmshaven.
Weseraufwärts treffen wir auf den zwischen Bremen-Vegesack und dem niedersächsischen Lemwerder verkehrenden Fährdampfer. Heute hält ein beträchtlich größeres dieselgetriebenes Autofährschiff die Verbindung aufrecht. Nahbei der Landungsbrücke vor der Strandlust wartet eine treibende Tjalk auf einen Schlepper. Am Horizont ragen Hallen und Kräne der Bremer-Vulkan Werft auf.
Einmal um die Ecke geht es in den Vegesacker Hafen hinein. Hinten erkennen wir einen Dreimast-Gaffelschoner und links daneben offenbar ein Schwimmdock. Es wirkt recht idyllisch - noch ist die Bebauung nicht so weit fortgeschritten. Der Absender der Karte schreibt: »Wir haben hier ein Boot gemietet und rudern jeden Abend. Das ist knorke.«
Nun sind wir in der Stadt Bremen angekommen und haben schon die Weserbrücken passiert . Am Ufer des Osterdeichs finden wir einen schwimmender Marktstand vor. Es ist ein Altländer Ewer, ein Schiff das die Obstbauern aus dem niederelbischen Alten Land gebrauchten, um ihre Ware an den Markt zu bringen. Im Herbst und Winter fand man die hölzernen Obst-Ewer in vielen schiffbaren Städten und kleineren Ortschaften. Hier direkt vor den Stadtvillen  und Bürgerhäusern der gut betuchten Bremer war lohnender Absatz sicher.

Montag, 6. Juli 2015

#44

Solch zur Zur Lustjacht umgebaute Kutter oder ehemalige Rettungsboote waren am Anfang des 20. Jahrhunderts in fast jedem Sielhafen der ostfriesischen Küste anzutreffen. Oft nutzten die Einheimischen sie als zusätzliche Einnahmequelle und boten in den Sommermonaten Segelfahrten an.
Diese alte Karte aus dem Jahr 1923 zeigt die Abfahrt aus Rüstersiel, einem kleinen Hafen an der Jade nahbei Wilhelmshaven. Auf  der Insel Mellum wurde schon ab 1909 Vogelschutz betrieben. Der 1925 gegründete Mellumrat betreut und überwacht bis heute den Naturschutz auf der Insel, deren Betreten für Menschen schon lange verboten ist.

Montag, 29. Juni 2015

#43

Diese Fahrzeuge mit zahlenden Touristen bei auflandigem Wind vom Strand freizusegeln, dürfte den Besatzungen einiges an Können abverlangt haben. Die weiter draußen ankernde Schaluppe ist bereits startklar in Warteposition. Die Segelfläche ist durch Geien der Gaffel und Katten des Segelhalses maximal reduziert, kann aber innerhalb weniger Sekunden wieder zu voller Fläche vergrößert werden. Das kleine Klüversegel sorgt dafür, dass beim Losfahren nicht zu viel Ruderdruck entstehen wird und ermöglicht zudem durch eventuelles Backhalten die Fahrtrichtung zu ändern, ohne dass Fahrt im Schiff ist. Interessant die Konstruktion, die es den Kurgästen ermöglicht, trockenen Fußes an Bord zu gelangen.